Artikel aus der Luzerner Zeitung vom 10. Oktober 2026:

Ein Ökosystem am Limit

Die Luzerner Zeitung berichtete aktuell, dass der Kanton künstlich rund 60 Liter Wasser pro Sekunde aus der Reuss in den Rotsee pumpen muss, weil der natürliche Zufluss über den Reuss-Rotsee-Kanal wegen historischer Tiefstände eingebrochen ist. Schon im Sommer schlug die Rotseekommission Alarm: Die steigenden Wassertemperaturen entziehen dem See den Sauerstoff. Ab etwa sechs Metern Tiefe bildet sich im Herbst eine sauerstofffreie Zone, in der Fische und andere Wassertiere nicht mehr überleben können. Die Tiere stecken in der Falle – an der Oberfläche ist das Wasser zu heiss, in der Tiefe fehlt die Atemluft.

Zwei Herausforderungen für dasselbe Ökosystem

Um den Rotsee wirksam zu schützen, müssen wir zwei unterschiedliche Klimafolgen unterscheiden:

  1. Die Trockenheit (Wassermangel): Bei anhaltender Dürre sinken die Flusspegel. Ohne das künstliche Nachpumpen aus der Reuss würde der Reuss-Rotsee-Kanal austrocknen und dem See wichtiger Durchfluss fehlen.
  2. Die Hitze (Temperatur & Sauerstoffmangel): Durch hohe Sommertemperaturen erwärmt sich das Wasser an der Oberfläche stark. Absterbende Algen entziehen den tieferen Schichten den Sauerstoff, sodass sich ab etwa sechs Metern Tiefe im Herbst eine sauerstofffreie Zone bildet. Fische stecken dann in der Falle – oben ist es zu heiss, unten fehlt die Atemluft.

Das Pumpen von Reusswasser verhindert zwar das Austrocknen des Zuflusses bei Trockenheit, löst aber nicht das Erwärmungsproblem des Sees bei sommerlicher Hitze.

Künstliches Nachpumpen hilft im Notfall, heilt aber das Ökosystem nicht. Wir brauchen nachhaltige und naturnahe Lösungen, damit Hitzesommer nicht normal werden.
Gabrielle Schaub Vonmoos, Vorstand GRÜNE Ebikon

öUnser Postulat im Einwohnerrat Ebikon

Damit Notfall-Pumpaktionen bei Dürreperioden nicht die einzige Antwort bleiben, haben wir im Einwohnerrat Ebikon ein Postulat zum Schutz des Rotsees eingereicht. Wir fordern den Gemeinderat auf, gemeinsam mit dem Kanton und den Anliegergemeinden langfristige und naturnahe Massnahmen zu prüfen:

  • Natürliche Uferbeschattung: Durch die gezielte Pflanzung von Schatten spendenden Uferbäumen, die Förderung von Schilfgürteln und das Belassen von Totholz («Raubäume») im Wasser können wir auf Ebikoner Boden direkt zur lokalen Kühlung und Biodiversität beitragen.
  • Ganzheitliche Wirkungsanalyse: Eine Erhöhung der Durchflussmenge über den Kanal muss ökologisch vertieft abgeklärt werden – insbesondere mit Blick auf den Schutz der sensiblen Äschenpopulation in der Reuss.
  • Interkommunale Zusammenarbeit: Ebikon soll als Anliegergemeinde aktiv den Dialog mit der Stadt Luzern und den kantonalen Dienststellen (uwe und lawa) suchen.
Als Anliegergemeinde darf Ebikon nicht abwarten. Wir fordern den Gemeinderat auf, gemeinsam mit der Stadt Luzern und dem Kanton an einem Strang zu ziehen und wirksame Lösungen für den Rotsee umzusetzen.
Markus Aregger, Einwohnerrat GRÜNE Ebikon

Wir warten nun auf die schriftliche Beantwortung unseres Postulats durch den Gemeinderat und setzen uns weiterhin für den Schutz unserer Gewässer ein!